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Der Cowboy und die Lady

Foto: Sandra Cantzler

Foto: Sandra Cantzler

Wir waren übers Wochenende mal kurz weg. Drei Tage im Wilden Westen, mit Kind, Kegel und zwei Planwagen. Wobei sich der schwerbeladene Treck immer vom Kinder- ins Wohnzimmer und zurück bewegte. Für den Cowboy und seine Lady war es ein echter Fulltime-Job. Morgens aufwachen und dann losreiten, bis in den Sonnenuntergang beziehungsweise bis der Sheriff (aka Mama) sagt: „Good night, sleep tight!“

Begonnen hatte die Reise damit, dass das große Kind eine Woche lang krank war. Das kleine Kind blieb aus Solidarität ebenfalls zu Hause, um den Bruder „gesund zu machen“. Anfangs wurde noch viel nach Fernsehen, Süßigkeiten etc. gefragt. Oder Mama/Papa waren im Dauereinsatz für diverse Dienstleistungen. Doch dann fing sich die Sache irgendwann an einzupendeln. Das große Kind setzte sich seinen Cowboyhut auf, stieg aufs Schaukelpferd und los ging’s.

Was folgte, war ein Spiel, das sich mehr und mehr über die gesamte Wohnung erstreckte. Weil man als Cowboy ja nicht nur ein Pferd braucht, speziell wenn noch eine kleine, aber umso anspruchsvollere Lady mit von der Partie ist. Die Lady hüpfte übrigens mit wachsender Begeisterung auf ihrem Gummipferd durch die Prärie. Beide Reittiere mussten zwischendurch aber auch als Lastesel herhalten und die schwer beladenen Planwagen ziehen. Die hatte das große Kind aus Stühlen, Hockern, Decken und jeder Menge Seil konstruiert.

Geschlafen wurde im Cowboy-Lager im Wohnzimmer auf Schaffellen rund ums Lagerfeuer. Auch das eine Spezial-Konstruktion des großen Kindes: Taschenlampe an und rotes Geschenkpapier obendrüber, schon wird es gemütlich! An Tag zwei wurde die Feuerstelle dann noch optimiert. Für die Lady wurde ein über dem Feuer hängender Topf installiert, damit sie für die ganze Bande kochen kann (es gab überwiegend gelbe Gummieier – zweckentfremdet aus diesem wirklich sehr lustigen Spiel)

Zwischendurch hat das große Kind in seinem Cowboy-Buch immer mal wieder nachgelesen, ob sie auch wirklich alles richtig machen oder etwas vergessen haben. Zum Beispiel sowas wichtiges wie Lassowerfen. Muss ein Cowboy unbedingt können. Deswegen wurde solange trainiert, bis der Mustang endlich eingefangen war.

Wofür die Cowboys absolut keine Zeit hatten, waren Mahlzeiten. Konnten die Eltern in diesem Fall auch absolut verstehen. Aber von Gummieiern allein lässt es sich natürlich auch nicht leben. Deshalb sind dann auch Mama und Papa mit in den wilden Westen gezogen, im Gepäck das Essen. Und dann sind wir alle zusammen ums Lagerfeuer gesessen und haben es uns schmecken lassen. War sehr lecker und vor allem sehr lustig!

Fazit: Manchmal ist es wirklich gut, so viel zu tun zu haben, dass man seine Pläne nicht umsetzen kann. Denn dann wären die stolzen Pferde schon in der vergangenen Woche auf den Speicher gepackt worden (weil sie seit Ewigkeiten nur in der Ecke standen und dafür einfach zu viel Platz weggenommen haben). Weitere Erkenntnisse: Schlechtes Wetter kann auch richtig gutes Wetter sein. Und: Nein, Kinder sterben nicht, wenn sie mal ein paar Tage nicht „an der frischen Luft“ gewesen sind. Vielleicht haben die Nerven der Nachbarn etwas mehr gelitten als üblich, aber beide Kinder haben sich auch drinnen bestens ausgetobt und sind abends müde, aber ziemlich glücklich eingeschlafen…

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